• Elliot Davis

Glücksritter, Hunde des Krieges oder professionelle Dienstleister?

Ein Einblick hinter die Kulisse der privaten Militärgesellschafter (PMC) im Star Citizen Universum.



Die Zahl der sogenannter privaten Sicherheitsfirmen oder "Private Military Companies" ist innerhalb der letzten Dekade rasant gestiegen. Kein Wunder, denn durch die massive Nachfrage erlebt die Branche seit Jahren Hochkonjunktur. Doch mit dem immer größer werdenden Angebot der Militärdienstleistungen aus Privathand steigt auch die Sorge: Schwankende Qualität und ein mangelndes ethisches Fundament sind häufige Kritikpunkte, die nicht selten mit zweifelhaften Verstrickungen zu Politik und dubiosen militärischen Vitas innerhalb des Personals einhergehen.


Beispielgebend sind hierfür Firmen wie die Helldiver, einer der jüngsten Akteure auf einem milliardenschweren und im wahrsten Sinne des Wortes hart umkämpften Markt. Auf die Anfrage zu einer offiziellen Stellungnahme über eventuelle UEE Marines Hintergründe innerhalb der Angehörigen der Helldiver wurde uns seitens der Legionsführung nicht reagiert.

Die Antwort auf eine an die Helldiver selbst gestellte Anfrage wurde branchentypisch nüchtern formuliert:


"Wir sehen uns verpflichtet die militärischen Hintergründe unserer Mitarbeiter aufgrund sicherheitsrelevanter Aspekte, als vertraulich zu behandeln."

Doch es gibt auch gesprächigere Stimmen. Gerade in den von Krisen gebeutelten und instabilen Systemen herrscht ein wahrer Hype um die vielen Söldnerseelen, die im Namen ihrer Auftraggeber oft das Gesetz selbst in die Hand nehmen und so für schnelle Gerechtigkeit zu sorgen scheinen. Eine schleichende Romantisierung ist nicht zu leugnen. Genießen doch einige der aktivsten und besten Einheiten den Ruf eines modernen Robin Hoods, mit Raumjäger und Lasergewehr. Nicht selten können - vorausgesetzt der Preis stimmt - Piratenaktivitäten zeitnah und nachhaltig zurückgedrängt oder sogar beseitigt werden. Ein scheinbarer Segen für die häufig nahezu schutzlosen Menschen in diesen Regionen, denen oft nur eine kleine und schlecht ausgerüstete Miliz als Verteidigung zur Seite steht. Aber auch gleichzeitig eine Schmach für die UEE-Kräfte, denen es nicht gelingt, gerade in solchen Brennpunkten die Ordnung dauerhaft aufrechtzuerhalten. Ein Versäumnis, welches sich auch längerfristig auf den Rückhalt der Bevölkerung gegenüber der UEE auswirken kann, zugunsten der gekauften Problemlöser. Nicht überraschend also, dass das Thema nach wie vor kontrovers diskutiert wird.

Boyd Pelen, einer der führenden Experten auf dem Gebiet, mahnte in einer kürzlich gehaltenen Debatte zur Vorsicht: “Die Verschiebung von Sicherheitsaufgaben in den privaten Sektor kann weder im Sinne der UEE noch der lokalen Regierungen sein, da ein oft obskurer Hintergrund und unausgeglichenes Verhältnis von Verantwortungsbewusstsein und Profitanspruch dieser Firmen nicht selten die bestehenden Probleme nur noch vergrößern. Das potenzielle Risiko, welches durch Unternehmen entsteht, die ihre Mitarbeiter teilweise aus ehemaligen Militäreinheiten rekrutieren und die sich nun fern jeglicher Disziplinargewalt und nurnoch an finanzielle Interessen und eventuell nicht mehr an Recht und Gesetz gebunden fühlen, kann enorm sein.” Der Sprecher eines der größten PMC-Konglomerates, Douglass Coen, äußerte sich dazu liberaler: “Monopole sind immer schlecht für die Bevölkerung, auch in Fragen der Sicherheit. Es gab seit jeher private Sicherheitsdienstleister. Eine niedrige Qualität oder einen zweifelhaften Ruf kann sich in einem Sektor mit so hart konkurrierenden Mitbewerbern niemand lange leisten, ohne vom Markt zu verschwinden. Was die Frage der Moral angeht, so müssen sich auch private Firmen an rechtliche Vorgaben und damit moralische Grundlagen halten. Das UEE-Militär mag vielleicht das Größte sein, welches die Menschheit je gesehen hat, aber wenn es um schnelle und gezielte Hilfe geht, so kann es aufgrund seiner starren Struktur und der allgegenwärtigen Bürokratie einfach nicht mit den flexiblen Privatunternehmen mithalten. Niemand kann den Menschen ihr Anrecht auf Sicherheit verwehren, egal ob dieses nun von Piraten oder Aliens bedroht wird.”


Ob und wie die Hintergründe, Aktivitäten und das Vorgehen der Helldiver und ähnlicher Unternehmen je ganz aufgedeckt werden können, bleibt fraglich. Mindestens genauso fraglich, ob seitens einiger Auftraggeber und regionaler Verwaltungen überhaupt ein Interesse an einer solchen Transparenz besteht oder man sich lieber weiterhin in bequemer Ahnungslosigkeit den nur allzu oft angebotenen “pay and forget”-Service gönnt.


Ob es eines Tages ein böses Erwachen über die Auswüchse dieser Politik der “Drei Weisen Affen” gibt, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Die Nachfrage nach bezahlter Sicherheit ist da und das Angebot wird weiterhin wachsen.


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